Sido – der Zeitsparweltmeister

von Hofnarr

Was ist Zeit?, fragte schon Udo Jürgens in seiner Titelmelodie zu „Es war einmal der Mensch…“, jener spaßigen Zeichentrickserie aus den späten 70ern, die nicht nur mir erklärte, wie die Steinzeitmenschen das Schnitzel erfanden. …1000 Jahre sind ein Tag… genau, und ehe man sich versieht, ist der Tag schon wieder vorbei und das, was man eigentlich machen wollte, ist liegen geblieben, weil man keine Zeit dafür hatte… blöd. Leider hat ja so ein Tag nur 24 Stunden. Wäre es da nicht wunderbar, wenn man zusätzliche Stunden zur Verfügung hätte? Durch die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit wird einem im Oktober zwar eine Stunde geschenkt, allerdings muss man dafür im März eine hergeben. Ein fairer Deal, der Gewinn aber ist gleich Null. Wie wäre es mit der Erfindung des Fluxx-Kompensators? Zu unrealtistisch und wohl nur den Leuten aus Hollywood vorenthalten. Zum Glück hat einer unserer größten Straßenphilosophen – der mit der Maske – einen ebenso grandiosen wie praktikablen Tipp parat. Keine Bücher lesen, weil das erstens schwul ist, Altah und zweitens man alles als Film sehen könne. Warum sich also zwei Wochen durch ein Buch abquälen, wenn das gleich auch in zwei Stunden Film passieren kann. Jawollja, Sido ist der neue Zeitsparweltmeister. Einer englischen Studie zufolge verbringt jeder Mensch täglich durchschnittlich 6,8 Minuten auf dem Klo. Vermutlich spart er sich das auch, das würde zumindest erklären, warum der Kerl so viel Scheiße redet.

Für alle, denen die Zeit jetzt immer noch durch die Finger rennt, hier noch ein paar weitere Tricks:

Aufs Duschen verzichten – man wird eh wieder dreckig.
Aufhören aus dem Haus zu gehen – irgendwann ist man sowieso wieder zu Hause.
Nicht mehr essen – spart neben Zeit auch Abwasserkosten.

Weiterhin könnte die CSU aufhören so zu tun, als wäre sie demokratisch, im Gegensatz dazu verzichtet die bayerische SPD darauf, zu glauben, sie kämen an die Macht – das spart nicht nur Zeit, sondern auch albernere Versprechen.

Außerdem könnte Roland Koch aufhören den Unschuldigen zu spielen. Das würde zwar niemandem nützen, könnte aber insgesamt nicht schaden.

Ferner verzichtet Dieter Bohlen darauf, die DSDS-Sieger zu zwingen, seine Songs zu singen – spart neben Zeit noch Nerven und Gehörstürze.

Nik P. vermeidet es, sich wie ein Autoscootereinparker zu stylen – erspart dem Maskenbildner Zeit und ihm viel Peinlichkeit.

Und zum Schluss verzichten die beiden Olivers P. und Pocher auf den Versuch lustig sein zu wollen – das wäre einfach insgesamt gut für Deutschland.

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