Barbie und der Märchenprinz

30. August 2007

von Hofnarr

Jawollja, wir jubeln! Das Barbie-Prinzessinnen-Set für exklusive 22 Euronsen: Mutter Prinzessin, Tochter Prinzessin und ein Prinz. Mal abgesehen davon, dass Barbie mit das Schlimmste ist, was die Spielzeugbranche je verbrochen hat und schon beim bloßen Anschauen meine Netzhaut blutet, bekommt dieses Set ein absolutes NEIN! Und das liegt nicht an den Damen. Ganz ehrlich: Welches Mädel stellt sich so ihren Märchenprinzen vor? Auch wenn die 80er-Retro-Welle in vollem Gange ist, solch ein Outfit hat selbst der Ken nicht verdient. Deutschland sucht den Superspack, der Prinzen-Ken wäre mit Sicherheit der Sieger.

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Artenschutz für Bayern-Spieler oder Uli Hoeneß, Nervensäge

29. August 2007

von Hofnarr

Gerade hat man angefangen, den FC Bayern wegen seiner wundersamen Auferstehung zur Spektakelmannschaft sympathisch zu finden – und das obwohl es sich um den FC Bayern handelt – und schon kommt Uli Hoeneß und macht wieder alle kaputt. In einem Kicker-Interview fordert er lautstark Artenschutz für Ribery & Co. und will sie vor bösen Fouls schützen lassen. „Zur Not muss ein Schiedsrichter auch mal 7 oder 8 Mann einer Mannschaft vom Platz stellen“, wird der Erfolgmanager da zitiert. Meine Güte Uli! Na klar, darf ein Schiri die Holzerei nicht ungestraft lassen – aber das machen sie doch auch nicht. Es sei denn, sie heißen Mark van Bommel, Meistergrätscher aus Holland oder Oli Kahn, Gewinner des goldenen Aggros in der Bruce Lee-Wertung.


Franz Josef Wagner hat Angst vor der Mafia

16. August 2007

„Die Mafia war für mich Hollywood. Seit Duisburg frage ich mich wirklich, ob ich nur noch mit kugelsicherer Weste Spaghetti bei „Da Bruno“, „Angelo“, „Cunio“, „Peppito“, essen kann.“ (Franz Josef Wagner)

Bloggwurst empfiehlt anstelle der kugelsicheren Weste eine Zwangsjacke zu tragen! Diese würde mit ziemlicher Sicherheit den Rest der Bevölkerung vor der sinnlosen Kolumne „Post von Wagner“ bewahren!


Junge Leute und ihre angeblichen Wissenslücken über die DDR in der Bildzeitung

15. August 2007

von fsone

Nachdem die Birthler-Behörde vor ein paar Tagen einen Schießbefehl der DDR, der in Auszügen bereits 1997 in dem von Matthias Judt herausgegebenen Band „DDR Geschichte in Dokumenten“ veröffentlicht wurde, wiederentdeckt hat, ist die Deutsche Demokratische Republik mit Hilfe der Medien wieder zum Thema in ganz Deutschland hochstilisiert worden.

Vom „Schießbefehl-Streit“ war da oftmals die Rede. Auf der anderen Seite wurde den Deutschen wieder einmal ins Gedächtnis gerufen, welches Erbe die Bundesrepublik durch die Vergangenheit der DDR mit übernommen hat – dieses mal jedoch nicht in Form eines illustren Kinofilms, dessen Botschaft man beim Herausgehen aus dem Kino bereits zu vergessen beginnt, sondern in Form eines echten, authentischen Zeitdokuments.

Selbstverständlich wirft die Wiederentdeckung eines solch brisanten Dokuments auch die Frage auf, wie die jüngere Generationen, die den Mauerfall gar nicht oder nur im Kindesalter erlebt hat, mit den historischen Gegebenheiten umgeht? Wird sie vergessen, Tatsachen verdrehen oder sich schlicht nicht für die Geschichte des eigenen Landes interessieren?

Dieser Frage geht seit heute auch die Bildzeitung unter dem Titel „Was wissen junge Leute heute über die DDR?“ nach und ergänzt herausfordernd: „Bonn war die Hauptstadt und Hitler war der Boss“

Im typischen Bildzeitungsjargon erfährt man dann von Caroline Franke das die DDR wieder ein Thema ist und das gerade deswegen die Bildzeitung Jugendliche aus den alten Bundesländern auf der Straße nach ihrem Wissen über den zweiten deutschen Staat befragt hat – natürlich mit erschreckenden Ergebnissen!

Merle Collet (20), Schauspielstudentin äußert sich angeblich wie folgt: „Die Mauer stand von 1949 bis 1989. Sie fiel, weil der Osten verschuldet war. Parteien gab es nicht, es wurde festgelegt, wer regiert. Alle verdienten gleich viel und man durfte nicht verreisen. Produkte waren billig, weil nichts importiert wurde. Darum konnte man auch nur Trabi fahren.“

Betrachten wir ihre erste Aussage einmal genauer: Die Berliner-Mauer wurde zwar erst 1961 errichtet, allerdings existierte die innerdeutsche Grenze bereits seit 1949. Der Zeitpunk des Mauerfalls bedeutete gleichzeitig den Zeitpunkt der Auflösung der innerdeutschen Grenze im Jahr 1989. Unsere Studentin liegt also gar nicht so falsch.

„Sie [die Mauer] fiel, weil der Osten verschuldet war.“: De facto hatte die DDR in der Tat enorme wirtschaftliche Probleme, die schlussendlich zum Fall der Mauer beigetragen haben.

„Parteien gab es nicht, es wurde festgelegt, wer regiert.“: Die DDR war ein sozialistischer, zentralistischer Staat. Die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) war de facto die einzig wählbare Partei des Landes. Stichwort: Einheitsliste.

„Alle verdienten gleich viel und man durfte nicht verreisen.“: Damit umschreibt Frau Studentin die klassischen Klischees des Sozialismus. Mit dem Reiseverbot hat sie allerdings nicht ganz Recht, da Urlaub im sozialistischen Ausland hin und wieder genehmigt wurde.

„Produkte waren billig, weil nichts importiert wurde. Darum konnte man auch nur Trabi fahren.“: Naja, immerhin hat sie uns den Gag mit den Bananen erspart.

Doch die Bild wäre nicht die Bild wenn sie nicht noch andere Beispiele parat hätte.

Annina Baethge (16), Schülerin antwortete angeblich folgendes: „Erich Honecker war der erste DDR-Kanzler. Die Staatspolizei hieß Stasi und hat aufgepasst, dass man keine Pakete aus dem Westen bekommt. Die Leute dachten alle: ,Drüben ist alles besser’. Und man konnte keine moderne Technik und auch keine schicken Klamotten kaufen.“

„Erich Honecker war der erste DDR-Kanzler.“: Erster Staatsratsvorsitzender war Walter Ulbricht. Erich Honecker scheint den meisten Deutschen allerdings mehr im Gedächtnis hängengeblieben zu sein.

„Die Staatspolizei hieß Stasi und hat aufgepasst, dass man keine Pakete aus dem Westen bekommt.“: In der Tat zählt unsere 16 jährige hier eine von vielen Aufgaben der Stasi auf, wenn auch vermutlich die Unwichtigste von allen.

Die Leute dachten alle: ,Drüben ist alles besser’. Und man konnte keine moderne Technik und auch keine schicken Klamotten kaufen.“: Ob das wirklich alle gedacht haben darf bezweifelt werden, man kann sich aber darauf einigen, dass so vermutlich viele gedacht haben. Das mit der modernen Technik und den schicken Klamotten vernachlässigen wir im Retro-Zeitalter einfach mal.

Doch die Bild hat noch weitere heiße Eisen im Feuer.

Wie zum Beispiel Florian Becker (23), Mechatroniker: Florian Becker (23), Mechatroniker: „Ich weiß, dass die Stasi für Sicherheit gesorgt hat. Erich Honecker war Präsident und konnte das Scheitern des Staates nicht aufhalten, weil plötzlich alle ausreisen durften. Die Menschen wohnten in Plattenbauten und haben immer FKK gebadet.“

„Ich weiß, dass die Stasi für Sicherheit gesorgt hat.“: Ja, ähnlich wie Schäuble heute. Darum spricht man ja bei einer totalen Überwachung von STASI-Methoden!

Erich Honecker war Präsident und konnte das Scheitern des Staates nicht aufhalten, weil plötzlich alle ausreisen durften.“: Etwas vereinfacht dargestellt aber durchaus akzeptabel.

Die Menschen wohnten in Plattenbauten und haben immer FKK gebadet.“: Wir stellen fest, auch ein Mechatroniker braucht Klischees an die er sich halten kann.

Es folgt eine Sportlehrerin.

Henrike Krysewski (26), Sportlehrerin: „Die Menschen waren patriotisch und haben viel gesungen. Weil viele arbeitslos waren, haben sie alles geteilt, hatten ein starkes Heimatgefühl. Es stank überall nach Kohle und der Staat wurde vom Geheimdienst überwacht. Es gab kein Privateigentum.“

Sie versorgt uns hauptsächlich mit den klassischen Vorurteilen gegenüber der DDR. Obwohl sie uns wenig Geistreiches liefert, kann man ihre Aussage nicht als grundlegend falsch abstempeln.

Der Hammer ist jedoch Tama Gökdal (22), arbeitslos: „Das ,R‘ in DDR steht für Republik, Bonn war die Hauptstadt. Hitler war der Boss, ließ eine Mauer um sein Reich bauen. Wenn die Ostdeutschen in den Westen wollten, mussten sie ein Formular ausfüllen. Berlin war mal DDR, Sachsen gehörte glaub ich auch dazu.“

Zusammenfassend kann man hier wohl behaupten, dass beinahe alle Tatsachen um 180 Grad verdreht erscheinen. Ost-Berlin, nicht Bonn war die Hauptstadt, Honecker nicht Hitler war eine lange Zeit der Boss und wenn Westdeutsche in den Osten wollten, mussten sie ein Formular ausfüllen.

Wie dem auch sei, es gibt ein paar Merkwürdigkeiten in der Art und Weise wie uns die Bildzeitung die Wissenslücken junger Leute präsentiert.

Zum einen gehört zu einer repräsentativen Umfrage die genaue Angabe der Befragten und ihrer Antwortmöglichkeiten in Zahlen. Dies bleibt uns die Bildzeitung natürlich schuldig. Wir wissen also weder, wie viele Personen befragt wurden, noch wie viele Personen tatsächlich mit ihrem Wissen glänzen konnten.

Zum anderen illustriert die Bild die oben angeführten Aussagen mit Hochglanzfotos der angeblichen Antwortgeber/-innen. Diese Bilder, die stark an einen Peek & Cloppenburg Katalog erinnern, haben mit authentischen Fotos der vermeintlich interviewten Personen nichts zu tun! Bitte welche Schauspielstudentin räkelt sich denn so an einem Straßenschild (Bild 4) und ist jemanden eigentlich aufgefallen, dass alle dieses typische Modelgrinsen im Gesicht haben? Nein, diese Fotos gepaat mit den Aussagen nehme ich der Bildzeitung einfach nicht ab! Und wenn die Bild schon falsche Fotos abdruckt, wie weit ist es dann mit dem Wahrheitsgehalt der Antworten der jungen Leute bestellt? Wer Fotos willkürlich abdruckt, der ist auch in der Lage sich die oben gemachten Aussagen auszudenken! Betrachtet man die Struktur der Antworten, so ist meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit einer Fälschung von Seiten der Bildzeitung sogar sehr hoch! Es würde mich nicht verwundern wenn die Bild hier wieder einmal Meinungsmache auf unterster Ebene betreibt! Oder warum wird gerade dem Arbeitslosen der größte Schwachsinn in den Mund gelegt?

Think about it!


Franz Josef Wagner erklärt Elvis

14. August 2007

von fsone

Am 16. August ist es soweit. Dann jährt sich der Todestag des Kings of Rock ‘n Roll zum 30sten Mal.

Offensichtlich brennt dieses Großereignis unserem Gossen-Goethe FJW bereits so sehr unter den Fingernägeln, dass er bereits in der vergangenen Nacht seine kümmerlichen Zeilen an Elvis Presley adressiert.

Gleich zu Beginn stellt FJW die rhetorische Frage, wie man den Kids von heute eigentlich das Phänomen Elvis erklären kann? Und er fährt fort: „Stellt Euch einen Sommer vor 50 Jahren vor. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei und aus dem Radio, es ist der AFN, der amerikanische Soldatensender, höre ich „My happiness“.“

Ein Sommer vor 50 Jahren? Alles klar, wir schreiben folglich das Jahr 1957. Der Zweite Weltkrieg ist in der Tat schon vorbei – um genau zu sein ganze 12 Jahre! Klein Wagner (Jahrgang 1943) befindet sich im Alter von 14 Jahren mitten in seiner hochpupertären Phase: „Mein Vater hasste Elvis, vielleicht zog ich mich damals wie Elvis an. Kragen hoch, die Haartolle mit Zuckerwasser verstärkt.“

Elvis hingegen war bereits ein Jahr zuvor (1956) mit „Heartbreak Hotel“ der musikalische Durchbruch in den USA gelungen. Seine Armeezeit in Deutschland (1958-1960) stand dem King noch bevor. Grund genug also für Wagner den „obszönen Sänger“, dessen Fotos in der Bravo (Erstausgabe 26. August 1956) reihenweise erschienen, zu frönen.

In diesen Kontext bettet sich auch Wagners Einschätzung „Elvis war das Radikalste des 20. Jahrhunderts – alle nach ihm sind Nachahmer“ perfekt ein. Sicher, der King war in den 50er Jahren etwas außerordentlich Radikales, etwas Neues Unbekanntes, etwas Revolutionäres! Doch Wagner macht vor den angeblichen Nachahmern nicht Halt. „Von John Lennon bis Robbie Williams“ sind für Wagner alle Musiker nur schlechte Kopien von Elvis.

Nun mag man sich darüber streiten, ob am Ende einer Liste die von John Lennon angeführt wird tatsächlich Robbie Williams stehen sollte. Andererseits kann man sich auch über Wagners Einschätzung der musikalischen Nachahmer heftigst in die Haare bekommen. John Lennon sagte einmal: „Ohne Elvis hätte es die Beatles nicht gegeben.“ Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass die Beatles oder John Lennon billige Elvis-Kopien sind. Vielmehr spricht aus Lennons Zitat seine Hochschätzung für den King of Rock ‘n Roll. Selbstverständlich war Elvis ein Idol für John Lennon (Jahrgang 1940). Wie hätte es auch anders sein können? Allerdings darf man hier nicht übersehn, dass Lennon und die Beatles selbst zu einer weltweiten Massenhysterie geführt haben, wie sie kein Nachahmer des Kings hätte auslösen können. Ob nun wirklich alle Musiker als Elvis-Nachahmer bezeichnet werden sollten? Ich glaube nicht! Man denke nur an all die anderen Musikergrößen des 20. Jahrhunderts: James Brown, Bob Dylan, Johnny Cash, … (seien hier nur stellvertretend genannt) Alle, auf die ein oder andere Weise, musikalische Genies und dennoch mit einer Hochachtung vor Elvis erfüllt. Umgekehrt würde sich Elvis, wäre er noch am Leben, voller Hochachtung über seine Kollegen äußern.

Leider ist Elvis Tod. FJW lässt ihn getreu der allgemein bekannten Variante „in seinem Badezimmer , den Kopf im Erbrochenen“ sterben. „In seinem Blut befanden sich 14 verschiedene Medikamente. Sein Körper wog über 200 Kilo.“ Vergleichen wir Wagners Aussage mit dem englischen Wikipediaeintrag zu Elvis:

„According to Guralnick: „drug use was heavily implicated in this unanticipated death of a middle-aged man with no known history of heart disease…no one ruled out the possibility of anaphylactic shock brought on by the codeine pills…to which he was known to have had a mild allergy…There was little disagreement in fact between the two principal laboratory reports and analyses filed two months later, with each stating a strong belief that the primary cause of death was polypharmacy, and the BioScience Laboratories report…indicating the detection of fourteen drugs in Elvis’ system, ten in significant quantity.“

Mittlerweile ist jedoch klar, die Todesursache war schwerer Herzinfarkt. 1994 stellte Dr Joseph Davis abschließend fest, dass Elvis langjährige Drogen- und Medikamentenabhängigkeit vermutlich zum Herzversagen geführt hatten:

„There is nothing in any of the data that supports a death from drugs. In fact, everything points to a sudden, violent heart attack.“

Lieber Herr Wagner, wenn man schon aus Wikipedia abschreibt, dann doch bitte richtig und vor allem vollständig! Das Elvis Sie mehr in Ihrem Leben geprägt hat als Mozart glaube ich Ihnen sogar aufs Wort. Kein Wunder, Elvis ist Unterhaltungsmusik – Mozart hingegen anspruchsvolle Klassik. Vielleicht sind Sie auch nur wegen Elvis bei der Bildzeitung gelandet und nicht bei einer seriösen Tageszeitung. Vielleicht sind Sie aber auch nur ein Nachahmer, eine billige Kopie – Ihr Spitzname Gossen-Goethe verweist ja durchaus auf einen hochkarätigen deutschen Dichter und Denker, dem Sie leider niemals das Wasser werden reichen können. Vielleicht sollten Sie einfach Elvis durch Goethe und Robbie Williams durch Ihren eigenen Namen ersetzen.


Popstars: Detlef D! in Hochform

11. August 2007

von Hofnarr

Die Kugel rollt wieder – nicht nur in der Bundesliga, sondern auch im Casting-Roulette auf Pro7. Gesucht wird diesmal Deutschlands heißester Live-Act. Spontan würden mir da jetzt schon eine Menge Bands einfallen, die dafür in Frage kämen, die Pro7-Pappnasen werden da wohl aber auch in Zukunft nicht dabeisein, aber das ist eine andere Geschichte… Oberjuror Detlef D! Soost ist auf jeden Fall schon zu Beginn der Auswahlalberei in Hochform. In gewohnt pädagogischer Oberlehrerart wird kräftig am Ego der Probanten geschraubt: „… bis jetzt warst du gut, aber das heute war zu viel…“ um dann mit einem eleganten Nachsatz für alle, die schwer von Begriff sind, noch eine internationale Erklärung nachzureichen „das war too much. Du bist over the top“. Wow, Englisch kann er auch. Ist ja groovy! Ganz auf dem Wissenschaftstrip zeigt er sich, als er einer Tänzerin „natürliche Bewegungsattraktivität“ attestiert. Nicht schlecht! Aber was meint er damit? Sie sieht geil aus? Sie kann mächtig absteppen? Wir werden es wohl nie erfahren… und eigentlich ist es auch scheiß egal, d.h. es tangiert uns peripher.


Oh Du fröhliche 45. BUNDESLIGA

10. August 2007

von fsone

Juhu, heute geht sie wieder los!

Die 45. Bundesliga-Saison startet mit einem Knaller der vergangenen Spielzeit. Sch***e gegen den VfB Stuttgart. Wie man schon meiner Schreibweise entnehmen kann, bin ich als BVB-Fan der festen Überzeugung, dass Sch***e auch dieses mal die Schale nicht holen wird. „50 Jahre ohne Schale“ – das Bierfass ist schon jetzt kaltgestellt! Daster und ich bereits in freudiger Erwartung!
Allen Sch***e Fans sei gesagt: Nehmt’s nicht zu hart, es kommen ja noch einmal 50 Jahre ohne Titel! Bevor die Liga nicht die 100 Spielzeiten voll gemacht hat, wird das mit Königsblau und Gazprom nichts werden. Dafür kann die Dauertrauergemeinde aus Gelsenkirchen dann gerne auf die x-te Vizemeisterschaft anstoßen.

Was wird dieses mal also passieren? Der FC Hollywood – äähh FC Ribery – äähm der FC Bayern wird sich wohl nur selbst ein Bein stellen können oder zum Zirkus Sarrasani überwechseln. Es könnte natürlich aber auch sein, dass einem Regionalligisten per Glückslos gestattet wird, ausnahmsweise eine Runde Bundesliga mitzuspielen – einfach nur um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hmm, das ist dann wohl doch einfach zu weit her geholt. Vielleicht gelingt Hansa Rostock auch völlig überraschend das Kunststück und die Ostseetruppe bezwingt die selbsternannte Kickerelite aus München gleich im ersten Spiel. Kahn würde toben. Klose seine Aussage „Wir möchten möglichst lange ungeschlagen bleiben“ überdenken. Und der Kaiser – erwähnte ich Sarrasani bereits?

Was das Lazarett aus Bremen zu leisten vermag, steht für mich hingegen noch in den Sternen. Abzuwarten bleibt auch, ob Stuttgart seiner Rolle als Titelverteidiger gewachsen ist. Zu wünschen wäre es dem noch immer recht jungen Team um Armin Veh allemal. Von Leverkusen erwarte ich mir keine großen Sensationen und auch wenn das der Hofnarr jetzt nicht gerne lesen wird – vom HSV eben so wenig. Bleibt noch Nürnberg um seinen Trainerfuchs Hans Meyer. Den Pokal gewinnen ist ja bekanntlich eine Sache, die Schale zu holen leider eine andere. Trotzdem freue ich mich schon auf die spaßigen Interviews des wohl beliebtesten deutschen Trainerschlitzohrs.

Was unter dem Strich bleibt, ist eine extrem spannende Saison, in der für den BVB, trotz Opa-Abwehr, vieles möglich erscheint und meiner Meinung nach zumindest ein UEFA-Pokal Platz sicher erreichbar sein sollte.

Was sonst noch alles passiert und wer am Ende die Schale wirklich holt konnte mir selbst Meister Yoda nicht genau sagen. In diesem Sinne: „Schwer zu erkennen die Zukunft ist!“


Franz Josef Wagner und die Bundeskanzlerin

9. August 2007

von fsone

Und es ist doch geschehen! Frau Merkel, die sich in ihrem Urlaub den Paparazzi entziehen wollte, wurde vom Amateur-Knipser Wolfgang S. an der Kasse einer großen, gelb-blauen Supermarktkette fotografiert.

Grund genug für FJW seine Post heute an die Bundeskanzlerin zu adressieren.

Der nicht inszenierte Schnappschuss zeigt laut Wagner die „Bürgerin Merkel aus dem Leben gegriffen“. Frau Bundeskanzlerin als „berufstätige Hausfrau“, die „auf dem letzten Drücker“ noch Lebensmittel besorgen muss.

Franz Josef ist entzückt! Für ihn ist dieses Foto „exotischer als der Luxusurlaub des französischen Staatspräsidenten“.

Doch seine Lobeshymne geht noch weiter. Für unseren konservativen Gossen-Goethe ist das Foto der Beweis, das „man berühmt sein kann und normal bleibt“. Immerhin ist Frau Merkel in ihrem Urlaub nur in den Dolomiten gewandert und hat dort „in Berghütten für 50 Euro“ übernachtet. Wer’s glaubt…

Dem Ganzen setzt FJ anschließend die sprichwörtliche Krone auf: „Unsere Kanzlerin schaukelt nicht auf den Booten der Milliardäre, sie badet nicht an Privatstränden.“

Nein, lieber Herr Wagner, das macht Angela Merkel nicht im Urlaub, sondern von Berufswegen hin und wieder an einem ganz normalen Arbeitstag.

Dennoch steht für ihn folgendes fest: „Sie steht im Supermarkt, nimmt ihr Wechselgeld entgegen. Sie ist eine einfache Frau, eine Traumfrau, eine Frau im Supermarkt.“

Lieber FJW, Ihre Ode an die konservative, zielstrebige Frau von heute, die im Supermarkt nach Feierabend noch schnell einkaufen geht, um ihrem getreuen, CDU/CSU wählenden Ehegatten, der es sich zu Hause bereits auf dem Sofa bequem gemacht hat, ein festliches Abendmahl zu breiten, hätte nicht besser ausfallen können.

Allerdings mache ich mir wirklich ernsthaft Gedanken über Ihre Traumfrauvisionen. Angela Merkel hat nun leider einmal, abgesehn von ihrem Intellekt, so rein gar nichts, was sie zu einer Traumfrau werden liese. Aber vielleicht liegt das an der konservativen, rosaroten Brille (die wen man es genau nimmt rosaschwarz sein müsste) die Herr Wagner von jeher trägt.

Man darf gespannt sein, ob demnächst einfache, ältere Damen aus dem Supermarkt mit ihrem Obst das Titelbild der BZ zieren. Traumfrauen für alle – das wäre doch eine Schlagzeile!


Stellt die Weichen auf Vernunft

9. August 2007

von fsone

„Stellt die Weichen auf Vernunft“ – so betitelt Dirk Hoeren heute seinen Kommentar auf bild.de

Zu dem „Sensations-Urteil“, dass den geplanten Streik der Lokführer fürs erste verhindert, äußert er sich wie folgt:

>>Dieses Urteil lässt alle aufatmen: Wirtschaft, Urlauber, Pendler und die Bahn sowieso. Der ab heute geplante Streik der Lokführer ist abgesagt – vorerst!

Die Züge rollen, die Gewerkschafter schmollen.

Dabei müssten die streikbereiten Lokführer spätestens nach dem Richterspruch aus Nürnberg einsehen, dass sie mit ihren Aktionen überziehen.

Denn nach der Gerichtsentscheidung steht fest: Auch Gewerkschafter dürfen bei der Durchsetzung ihrer Forderungen nicht ein ganzes Land als Geisel nehmen und die Wirtschaft lahmlegen.

Statt weiter die Juristen zu beschäftigen, sollten Lokführer und Bahn zurück an den Verhandlungstisch. Es geht jetzt darum – notfalls mit einem Schlichter –, einen für beide Seiten tragbaren Kompromiss aufs Gleis zu stellen.

Stellt die Weichen endlich um – auf Vernunft!<<

Da hat sich doch glatt einer Gedanken gemacht und zu guter Letzt sogar an die Vernunft appelliert!

Komisch stößt da nur der Satz „Auch Gewerkschafter dürfen bei der Durchsetzung ihrer Forderungen nicht ein ganzes Land als Geisel nehmen und die Wirtschaft lahmlegen“ auf.

Auch die Bildzeitung darf mit ihren Kommentaren und ihrer inkompetenten Berichterstattung nicht ein ganzes Land als Geisel nehmen!

Gottseidank gibt es in diesem Bereich genug Ausweichmöglichkeiten! Ich spreche hier von den „Sensations-Medien“ wie bildblog oder schlicht und einfach von allen kompetenten Tageszeitungen, die es noch immer ermöglichen, dass nicht nur die Meinung des Springer-Verlages in diesem Land regiert.

Danke!


Post von Bloggwurst

8. August 2007

von fsone

Die Bildzeitung ist schon ein spaßig Ding. Getreu diesem Motto klicke ich mich ab und zu, in einem Anfall von „Ich will auch endlich einmal mein Gehirn abschalten und niveaulose Berichterstattung über mich ergehen lassen“ durch die Internet-Service-Wüste, die der Axel-Springer Verlag unter „www.bild.t-online.de“ eingerichtet hat.

Zu meiner täglichen Lieblingslektüre zählt mittlerweile die Kolumne „Post von Wagner“, in der Franz Josef Wagner regelmäßig seine geistigen Ergüsse – die mich immer wieder aufs Neue an den Rand eines Brechreizes bringen – zum Besten gibt. Wer schon einmal „Post von Wagner“ auf nüchternen Magen konsumiert hat, weiß vermutlich, wovon ich spreche.

Heute teilt uns Herr Wagner seine Meinung über die deutschen Lokführer mit:

Theoretisch ist Franz Josef ja auf der Seite der Lokführer, da diese so wenig verdienen. Praktisch jedoch ist Herr Wagner sauer auf die Bahnangestellten und verflucht sie. Seine liebe Tochter wollte nämlich nur allzu gern zum Nachfeiern seines Geburtstages erschienen. Leider hatte sie dann aber weder die Ausdauer mit ihrem Balg stundenlang im Stau zu stehen, noch die Möglichkeit mit dem Zug zu fahren, da die DB ja bestreikt wird.

Ja, Herr Wagner, ich fühle direkt mit Ihnen! Ich kann durchaus verstehen, dass Ihre Tochter eine äußerst bequeme Person ist, die nicht einmal ein paar Minuten im Stau stehen kann oder mit einer Verspätung der Bahn, die tagtäglich hundertfach zum Standartrepertoire der DB gehört, umgehen kann. Was haben Sie da bei Ihrer Erziehung nur falsch gemacht, lieber Herr Wagner?

Wie dem auch sei, sie verfluchen dafür einfach einmal die Lokführer! Natürlich ist es immer leichter seinen Unmut an anderen auszulassen. Ja, darin haben Sie jahrzehntelange Erfahrung!

Vermutlich deswegen haben Sie heute den Lokführern einfach zugerufen: „Ihr seid nicht „Deutschland“, und „Ihr seid auch nicht „Wir sind das Volk“

Was hat Sie da nur geritten?

Selbstverständlich sind die Lokführer auch „Deutschland“,oder haben Sie die Kampagne „Du bist Deutschland“ nicht ganz verstanden? Und selbstverständlich sind die Lokführer auch „Wir sind das Volk“, weil sie eben für ihren Lebensunterhalt in diesem Land kämpfen und sich nicht von Schreiberlingen, wie sie einer sind, beeinflussen lassen!

Welcher Geistesblitz Sie auch immer dazu bewogen haben muss so einen stupiden Ausruf zu tätigen, er muss auf jeden Fall strahlend hell gewesen sein, um anschließend abrupt in einem Häufchen Asche zu verglühen und möglichst schnell vergessen zu werden!

Sie behaupten doch glatt, die Lokführer seien bald die Außenseiter. Aha!

Denn „Das Volk sind nach wie vor wir“, wie Sie treffender Weise schreiben. Ich frage mich ernsthaft, wen Sie mit „wir“ wirklich meinen? Den „Vater der am Bahnhof seine Tochter abholt“, (die Bildzeitung unterm Arm), „der Geliebte, der seine Geliebte auf Gleis 12 umarmt“, (bevor er sich am billigen Seite 1 Mädchen der Bild ergötzt), oder doch der „Großvater, der traurig ist, dass seine Enkelin nicht kommt“, (dafür dann aber in der Bild die Schlagzeile: „Bahnstreik – Spinnen die?“ lesen darf, damit sich seine Frustration noch weiter steigert).

In der Tat glaube ich, dass Ihre Definition des Volkes sich vor allem auf die breite Masse der ungebildeten Bildzeitungskonsumenten beschränkt. Wie leicht es ist, dieses Volk täglich in seiner Meinung zu beeinflussen, wissen Sie ja von Berufswegen. Umso erstaunlicher ist der geistige Unfug, den Sie am Ende Ihrer Ausführungen, quasi als Sahnehäubchen, servieren: „Lokomotivführer dürfen“, Ihrer werten Meinung nach, „nicht über Küsse und Tränen entscheiden.“

Was für eine Aussage! Denken Sie auch manchmal nach, bevor Sie schreiben oder verselbständigt sich die Hand eines Gossen-Goethe mit der Zeit?

Diese Lokomotivführer steuern jeden Tag Züge, in denen Menschen sitzen! Zu Recht haben Sie die 2,2 Millionen Fahrgast-Schicksale pro Jahr in Ihrem Beitrag erwähnt! Allerdings vergessen Sie offensichtlich, dass diese Lokomotivführer gerade durch die Ausübung ihres Berufs gewährleisten, dass alle Züge Deutschlandweit sicher an ihr Ziel gelangen, ohne dabei zu entgleisen und damit verheerende Katastrophen auszulösen.

Diese Lokomotivführer, denen Sie absprechen das Volk zu sein, tragen die Verantwortung für jeden Fahrgast und jede Warenpalette, die auf dem Schienenweg reist.

Ja, es stimmt das diese Lokführer unterbezahlt sind! Und wenn sich ein Großkonzern, wie die DB, strikt weigert sich auf berechtigte Gehaltserhöhungen einzulassen, dann ist es nur gutes Recht, ja beinahe eine Selbstverständlichkeit in den legitimen Arbeitskampf – mittels eines Streiks – einzutreten!

Ich kann nur vermuten das Ihnen, lieber Herr Wagner, so etwas banales wie ein Streik völlig fremd ist. Offensichtlich bekommen Sie für den geistigen Dünnschiss, den sie jeden Tag aufs neue verzapfen dürfen, am Ende des Monats ein Festgehalt, von dem die Lokführer nur träumen können! Umso erschreckender finde ich, dass Sie Ihre Position derart missbrauchen und Menschen mit ihrem verkappten Gossen-Prosa in negatives Licht rücken.